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Communication et conclusions

Kommuniqué zum Argumentationsthema « Politik »

Zuletzt aktualisiert: 24 Mai 2016

Kommuniqué zum Argumentationsthema « Politik »
« Die politische und institutionelle Mehrsprachigkeit und ihre Bedeutung für die Bürger »
Ein Mythos will, dass die Institutionen in allen offiziellen Sprachen der Europäischen Union arbeiten, oder sogar hauptsächlich in drei Sprachen (deutsch, englisch und französisch) oder nur in französisch (der Europäische Gerichtshof). In der Wirklichkeit arbeiten die Institutionen der Europäischen Union immer mehr fast ausschließlich in englischer Sprache. Das gleiche gilt für die meisten von der EU finanzierten Projekte, wo die Konsultanten, deren Muttersprache nicht englisch ist, in nicht englischsprachigen Ländern gezwungen sind in englischer Sprache zu arbeiten. Dabei zeigen Forschungsarbeiten, dass nur eine kleine Minderheit der Europäer gute Englischkenntnisse besitzt. Daher ist es notwendig, die europäischen Institutionen den europäischen Bürgern anzunähern und Lösungen zu finden, die die Mehrsprachigkeit oder wenigstens Drei- oder Fünfsprachigkeit anwenden. Eine der Lôsungen könnte darin bestehen, den europäischen Beamten oder Konsultanten, Redakteuren oder Gesprächspartnern zu gestatten, in ihrer Muttersprache zu schreiben oder zu reden und dann in zwei der drei traditionellen Arbeitssprachen der Europäischen Kommission übersetzt zu werden. Eine andere wäre die Verpflichtung auf eine Drei- oder Fünfsprachigkeit (deutsch, englisch und französisch oder deutsch, englisch, französisch, spanisch und italienisch) innerhalb der Europäischen Kommission. Eine statistische Analyse, die davon ausgeht, dass jeder Beamter zwei oder drei der oben genannten Sprachen beherrscht, zeigt, dass die eine oder andere dieser Optionen in Arbeitsgruppen mit einer begrenzten Zahl Teilnehmer im großen und ganzen ohne Dolmetscher funktionieren könnte. Damit diese Ziele konkret werden, ist es natürlich notwendig, dass die politischen Entscheidungsträger und die hohen Beamten von den Tugenden der Mehrsprachigkeit überzeugt sind, nämlich z.B. die Arbeitsqualität, das Interesse Europas und die nur schwer quantifizierbaren Kosten der Einsprachigkeit.
Die Existenz in Europa von mehr oder weniger ausgedehnten Sprachräumen, deren einige aus historischen Gründen weit über den europäischen Kontinent hinausreichen, macht uns hinsichtlich der Zukunft der Mehrsprachigkeit optimistisch. In der Tat könnte sich eine Zusammenarbeit der Sprachräume als sehr interessant und wirksam erweisen, um die sprachliche Vielfalt nicht nur im europäischen Kontext, sondern auf globaler Ebene zu unterstützen, insbesondere in Bereichen, die unmöglich einer einzigen Sprache überlassen werden können, wie z.B. den wissenschaftlichen und technischen Bereichen. Im übrigen könnte die Entwicklung innovativer und mehrsprachiger Medien, vor allem im Internet, zu dieser Unterstützung der sprachlichen Vielfalt in Europa und der Welt in hohem Maße beitragen.
Vorschläge:
8. Bessere Darlegung der negativen Auswirkungen der Einsprachigkeit (und der Vorteile der Mehrsprachigkeit) auf der politischen und sozialen Ebene
9. Vervielfältigung des effektiven Sprachengebrauchs in der Europäischen Kommission und in allen europäischen Institutionen und ihren Ämtern
10. Anwendung der integralen Mehrsprachigkeit in der Webplattform europa.eu (Webauftritte der europäischen Institutionen), und ihr Ausbau zu einem echten Werkzeug der Kommunikation mit den Bürgern
11. Ermunterung zur Zusammenarbeit zwischen den europäischen Sprachräumen zur Ausarbeitung von Verteidigungs- und Förderungsstrategien der sprachlichen Vielfalt auf internationaler Ebene
12. Definition der Sprachenpolitiken in Europa unter dem doppelten Gesichtspunkt des Rechts auf die Sprache des Aufnahmelandes und der Erlernung der Sprachen der Migranten
13. Entwicklung einer sektoriellen Förderungspolitik der Medien zur mehrsprachigen technologischen Innovation im Internet

Kommuniqué zum Argumentationsthema « Bildung »
Kommuniqué zum Argumentationsthema « Kultur »
Kommuniqué zum Argumentationsthema « Wirtschaft und Gesellschaft »

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Allgemeines Schlusskommuniqué
Voll Kommuniqué

 Die 4. Europäische Tagung über Mehrsprachigkeit findet 2016 in Brüssel statt