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Manifest zur Verteidigung der Mehrsprachigkeit in den Wissenschaften ES/ DE/ IT/ EN/ FR/ PT

Zuletzt aktualisiert: 3 Jun 2018

CEIPAC richtete diese Petition an Silvia Costa, Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung, Jerzy Buzek, Vorsitzende des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie, Esther Rodríguez, Esquerra Republicana de Catalunya, Spanien, Lucía Del Río, Esquerra Republicana de Catalunya Party, Spanien, und Jean-Pierre Bourguignon, Präsident des Europäischen Forschungsrates.

José Remesal Rodríguez, Professor für Alte Geschichte, Universität Barcelona. Direktor von CEIPAC. IP des EPNet-Projekts. Mitglied der Real Academia de la Historia.

Seine Forschungen wurden in sieben Sprachen (Katalanisch, Französisch, Deutsch, Englisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch) und in vierzehn Ländern (Argentinien, Österreich, Brasilien, Frankreich, Deutschland, Holland, Ungarn, Israel, Italien, Portugal, Spanien, Schweiz, Großbritannien, USA) veröffentlicht.

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MANIFEST ZUR VERTEIDIGUNG DER MEHRSPRACHIGKEIT IN DEN WISSENSCHAFTEN (Deutsche Fassung: Giulia Baratta)

Es ist eindeutig, dass in jedem historischen Augenblick, in dem neue Beziehungen zwischen einzelnen Völkern gebildet werden, sich am Ende eine Sprache als die dominierende erweist. Normalerweise ist es die des Eroberers oder des wirtschaftlich Stärkeren.

Es gibt eine erste Kommunikationsebene, die der Umgangs- und Verwaltungssprache und es besteht kein Zweifel, dass heute diese Funktionen durch die englische Sprache erfüllt werden. Ein vereinfachtes Englisch mit geringem Vokabular.

Sicherlich vereinfacht und verarmt dieses Sprachniveau diese Sprache in dem Maße, dass schon unter den englischen Intellektuellen erste Klagen in Bezug auf das geringe grammatikalische, syntaktische und begriffliche Niveau vieler Artikel, die in englischer Sprache von Autoren anderer Muttersprachen veröffentlicht wurden, zu vernehmen sind.

Innerhalb der Naturwissenschaften und der Technik hat sich Englisch als Mittel der wissenschaftlichen Verständigung durchgesetzt. Dazu gibt es zwei Gründe: Erstens die technische Vorherrschaft der Vereinigten Staaten von Amerika und zweitens - sehr viel bedeutungsvoller - die Tatsache, dass der größte Teil des wissenschaftlichen Vokabulars dem Latein und dem Altgriechisch entstammen und die Wörter deshalb in allen europäischen Sprachen ähnlich sind. Andererseits besitzen diese Wissenschaften eine Metasprache in Form von Formeln, die alle verstehen: Cu bedeutet Kupfer für alle Wissenschaftler der Welt unabhängig von der Sprache, die sie sprechen. Eine bestimmte Gleichung schreibt man in allen Sprachen auf gleiche Weise.

Dahingegen kann man sich im Bereich der humanistischen und sozialen Wissenschaften, in denen die Schattierungen des Gedankens allein durch tiefe Kenntnis der Wörter und der Synonyme dargestellt werden können, nur in der Muttersprache oder in den Muttersprachen, deren grammatikalische und begriffliche Strukturen gründlich bekannt sind, verständlich machen.

Die Beharrlichkeit, mit der die Verwaltungsbeamten der europäischen Wissenschaft sich einsetzen, um die wissenschaftliche Verständigung auf eine einzige Sprache zu reduzieren, erwirkt einen schnellen Verfall der humanistischen und sozialen Wissenschaften.

Man nimmt zuerst all denen, deren Sprache nicht die Englische ist, die Möglichkeit, sich korrekt und vollkommen auszudrücken und unterstützt auf diese Weise die Verarmung in der Kommunikation, auf die ich oben schon hingewiesen habe.

Zweitens asoziiert sich die Qualität des Ausdrucks in unserer Welt automatisch mit der Kraft des Gedankens. Deshalb ist derjenige, der sich begrenzt verständlich machen kann, sofort als weniger wertvoll angesehen. Das schlägt sich bei allen, die gezwungen sind, sich in einer Sprache auszudrücken, die nicht die eigene ist, negativ nieder, besonders wenn es gilt, Geldquellen für die Forschungen zu erwirken.
Drittens sind in jedem Land Dokumente und die Mehrzahl aller Werke in der diesem Land eigenen Sprache geschrieben. Das bedeutet z.B., dass es unnütz ist, wenn die Deutschen über ihre Geschichte oder auch andere Aspekte des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland in Englisch schreiben, denn die allermeisten ihrer Leser werden Deutsche sein. Es wird Werke geben, die es wert sind in andere Sprachen übersetzt zu werden. Das hat man bisher so gehalten. Es ist natürlich, dass ein Ausländer sich wünscht, wenn er über die Geschichte und Gesellschaft oder auch das deutsche Denken schreibt, dass seine Arbeit nicht nur in der eigenen sondern auch in deutscher Sprache veröffentlicht wird, das aber ist eine ganz persönliche Entscheidung.

Während man einerseits die Beherrschung von Fremdsprachen fördert, verlangt man andererseits nach einem “wissenschtlichen Monoliguismus”, mit dem wir uns hier befassen.

Während man im europäischen Parlament die Vielfalt der Sprachen verteidigt, verlangen dieselben Politiker, die für sich dieses Recht beanspruchen und das wir als grundlegend ansehen, einen wissenschaftlichen Monolinguismus.Weil es eben diese Politiker sind, die die ökonomischen Quellen für die Entwicklung der Wissenschaften kontrollieren, setzen sie ihre eigenen Landsleute in eine Position der Unterlegenheit, da der Wert einer Sprache nicht der Zahl derjenigen entspricht, die sie sprechen, sondern dem, was in dieser Sprache veröffentlicht wird. Der Wert einer Sprache reflektiert sich direkt in der politischen und ökonomischen Macht des Landes, dem sie angehört.

Die Systeme der Übersetzung durch Komputer werden gerade in unseren Tagen immer besser, was jedem erlaubt, sich automatische Übersetzungen aus jeder ihm fremden Sprache zu verschaffen. Deshalb ist es auch völlig unnötig jemanden zu zwingen, sich in einer anderen als der Muttersprache auszudrücken.

Die europäische Kultur hat sich in einer vielsprachigen Welt entwickelt und dabei hat auch wohl eine Sprache mehr als die anderen zur Entwicklung einer bestimmten Wissenschaft beigetragen. Das Verlieren dieser Vielfalt, wird eine schwerwiegende Verarmung hervorbringen. Es wird notwendig sein, dass die neuen Generationen von Forschern weiterhin die Fähigkeit bewahren, Dokumente in unterschiedlichen Sprachen zu analysieren und dabei sich selbst in der Sprache auszudrücken, die ihnen am nächsten ist.

Die hervorragendsten Wissenschaftler sind die, die in der Lage sind, andere Sprachen und die Eigenheiten anderer Nationen zu erlernen, die fähig sind, direkt aus den Dokumenten und der Literatur, die von anderen geschaffen wurde, zu lernen.

Deswegen verlangen wir:
Dass man, abgesehen davon, dass es in jedem Moment eine Sprache der Verständigung
geben muss, was in diesen Zeiten für viele die englische Sprache ist, im Wissenschaftsbereich die Freiheit für jeden einzelnen bewahrt, sich in seiner eigenen Sprache auszusprechen, die für die Korrektheit des Gedankenausdrucks Garantie ist.

Dass die Verwalter der Wissenschaft in der EU nicht nur eine Sprache für die Bewerbung wissenschaftlicher Projekte verlangen, was all die in Unterlegenheit versetzt, die diese Sprache nicht als ihre Muttersprache besitzen.
José Remesal Rodríguez Lehrstuhl für Alte Geschichte Universität Barcelona
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Prof. Remesals Forschungen sind in sieben Sprachen veröffentlicht (Deutsch, Katalanisch, Spanisch, Französisch, Englisch, Italienisch, Portogisisch) und in vierzehn Ländern (Deutschland, Argentinien, Östereich, Brasilien, Spanien, USA, Frankreich, Holland, Ungarn, England, Israel, Italien, Portugal, Schweiz).

Die deutsche Fassung des Textes ist von Giulia Baratta,Professor für Klassiche Archäologie an der Università di Macerata. Ihre Werkesind in verschiedenen Ländern auf Deutsch, Italienisch, Spanisch, Katalanichund Portuguesich erschienen.

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