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Politiques linguistiques économiques

Untersuchung der schweizerischen Sprachenpolitik im NFP 56 «Sprachen»

Mis à jour : 20 Jan 2010
Damir Skenderovic und Christina Späti, die an der Universität Freiburg zur schweizerischen Zeitgeschichte forschen, haben im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Sprachenvielfalt und Sprachkompetenz in der Schweiz» (NFP 56) den Wandel der Sprachenpolitik seit den 1960er Jahren auf Bundesebene sowie in ausgewählten Kantonen (GE, ZH, BS, FR, GR) und Städten (Freiburg, Biel, Zürich) untersucht.
Von den 1960er bis Mitte der 1990er Jahre standen in der Sprachenpolitik die Gleichberechtigung der Sprachgruppen in der Bundesverwaltung sowie – besonders ab den 1980er Jahren – die «Verständigung» im Vordergrund. Auf eine wichtige Zäsur stiessen die beiden Historiker in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre: Erstens fand im Zug der Globalisierung das Englische Eingang in die traditionell den Landessprachen vorbehaltene offizielle Sprachenpolitik. Zweitens erhielt Sprache in der Migrationspolitik einen herausragenden Stellenwert. Im Gegensatz zu den einheimischen Minderheitensprachen sind die Migrationssprachen im Sprachenrecht jedoch kaum geschützt. Auch im demnächst in Kraft tretenden neuen Sprachengesetz sind die Rechte von Personen, die keine Amtssprachen sprechen, nur am Rande erwähnt. Laut den Forschenden sollten solche Rechte, etwa auf Förderung der Erstsprache oder auf Übersetzungsdienste, stärker in die offizielle Sprachenpolitik einbezogen werden.

Weitere Informationen unter: http://www.nfp56.ch