Quelle: Presseschau euro/topics vom Freitag, 9. April 2010
Aus Savon Sanomat - Finnland | Freitag, 9. April 2010
Am 9. April gedenkt Finnland alljährlich des Begründers der finnischen Sprache, Bischof Mikael Agricola. Seine Fibel Abc-kirja mit Alphabet, Buchstabier-Übungen und einem Katechismus erschien um 1540 und gilt als das erste gedruckte Buch in Finnisch. Die Tageszeitung Savon Sanomat nimmt das zum Anlass, um über Veränderungen der finnischen Sprache nachzudenken: "Die traditionelle festliche Literatursprache ist der Sprache der Straße gewichen. Die Dialekte in den Provinzen sind stärker geworden, aber die hauptstädtische, von Radio und Fernsehen genutzte Sprechweise, hat am meisten auf die Sprache des Volkes abgefärbt. ... Das normale Volk ist nicht allein schuld an der Vergewaltigung der schönen finnischen Sprache, sondern auch die intellektuelle Elite des Volkes: die Beamten und die Wissenschaftler. Ein typisches Beispiel ist die Sprache der Juristen, die nicht einmal von ihnen selbst einheitlich interpretiert wird. Demokratie erfordert, dass das Volk und die herrschende Macht die gleiche Sprache sprechen. Leider funktioniert das in Finnland nicht immer so."
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